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Pressemitteilung                                                                                      08.02.2017

 

 

 

BI „Rottweil OHNE Hängebrücke“ informiert

 

 

 

Thema: Wen kümmern die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger?

 

 

 

Es kann doch wohl nicht sein, dass bestehende Probleme und künftige Entwicklungen der Stadt alle dem Vorhaben Tourismus und Hängebrücke untergeordnet werden!

 

In der Einwohnerversammlung am 12. Mai 2016 hat Oberbürgermeister Broß die angespannte finanzielle Situation der Stadt aufgezeigt und auf die Hoffnungen aus dem erwarteten Tourismusboom durch Turm und Brücke mit 400.000 Besuchern im Jahr hingewiesen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man jedoch Prioritäten setzen. Anderes müsse dann eben etwas länger warten. Dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten sowie an maroden Brücken und Stegen in und um Rottweil werden zuückgestellt.

 

Die Stadt will beim Testturm bis zu vier Millionen Euro vor allem in Parkplätze investieren (Aussage von OB Broß in der Zeitschrift Stern Nr. 51 vom 15.12.2016). Auch in der Innenstadt  wird es im Zusammenhang mit den erwarteten Touristenströmen Parkierungsprobleme geben, wofür hier weitere Millionen Euro investiert werden sollen.

 

Wir erinnern uns. Bei der vor Jahren durchgeführten Sanierung des Innenstadtbereiches war eine Vielzahl von Stellplätzen weggefallen. Um für Bürger und Geschäftsleute einen Ausgleich zu schaffen, sind Stellplätze mit der sog. Brezeltaste bereitgestellt worden und zudem ist im weiteren Kernstadtbereich kostenloses Parken bis zu zwei Stunden möglich. Doch damit soll nach Ansicht der Verwaltungsspitze künftig Schluss sein. Sämtliche Parkplätze sollen dann ab der ersten Minute kostenpflichtig werden.

 

Man kann sich nur wundern, dass da der Handels- und Gewerbeverein mitmacht. Denn Teile der seitherigen Kunden der Geschäfte in der Innenstadt werden diesen Weg nicht mitgehen. Sie werden gewissermaßen in die Geschäfte auf der grünen Wiese mit günstigem Parkraum gedrängt. Und diesen Kaufkraftverlust in der Innenstadt werden die an etwa 100 Schönwettertagen im Jahr erwarteten Touristen nie und nimmer auffangen. Es ist ein Irrglaube zu erwarten, dass Turm und insbesondere Hängebrücke der Stadt Rottweil eine glorreiche Zukunft bescheren werden. Im Gegenteil, die Touristenmassen werden Rottweil noch zusätzliche Probleme bereiten.

 

Es bleibt aber oberste Aufgabe von Stadtverwaltung und Gemeinderat, sich in erster Linie um die Bedürfnisse der Bürgerschaft zu kümmern.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Rottweil und den Teilorten, wir haben die Chance, dem übereilten Vorgehen der Stadt entgegenzuwirken. Sollte sich beim  Bürgerentscheid am 19. März 2017 eine Mehrheit gegen den Bau der Hängebrücke aussprechen, dann sind Stadtverwaltung und der Gemeinderat an dieses Votum auf die Dauer von mindestens drei Jahren gebunden. In dieser Zeit könnten dann die vielfältig anstehenden Sanierungsmaßnahmen getätigt werden, die den Bürgern von Stadt und Teilorten zugute kommen.

 

Deshalb die dringende Bitte. Stimmen Sie beim bevorstehenden Bürgerentscheid mit NEIN.

 

 

 

 

 

Dr. Winfried Hecht           Gisela Stier          Werner Fischer