Hängebrücke: BI kämpft ums Neckartal

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Mit einem Positionspapier meldet sich die Bürgerinitiative (BI) "Rottweil OHNE Hängebrücke" nach der Präsentation der "Neckar Line" durch den Investor zu Wort. Landschaftliche und denkmalpflegerische Werte sehen die BI-Sprecher Winfried Hecht, Gisela Stier und Werner Fischer durch das Projekt im Neckartal in Gefahr.

Als einen der interessantesten Abschnitte bezeichnet die BI in ihrem Papier das Neckartal unterhalb der historischen Innenstadt von Rottweil. Geologische Formationen im Muschelkalk, die Pflanzen- und Tierwelt, Kultur- und Baudenkmale, Stadtmauern und Bürgerhäuser ließen das Tal hier besonders malerisch erscheinen. Auch den emotionalen Wert spricht die BI an: Es sei "für nicht wenige der Inbegriff eines liebenswerten Stücks Heimat".

Das sehen Hecht, Stier und Fischer nun durch die geplante Brücke gefährdet. Dabei verweisen sie darauf, dass der östliche Talhang mit seltenen Pflanzen und Tieren wie etwa dem Eisvogel als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sei. Ebenso bemühe sich das Landesdenkmalamt um das Bewahren der Stadtansicht und der Baudenkmale wie Lorenzkapelle, Pulverturm, Stadtmauer und Bürgerhäuser. "Solcher Schutz von Natur und baulicher Kultur ist vom Gesetzgeber ernst gemeint und nicht beliebig verfügbar", kritisieren die BI-Sprecher, dass die "Neckar Line" wohl teilweise parallel zum Fluss verlaufen solle. Sie "kreuze den Querschnitt des Tales ziemlich unmotiviert und beeinträchtigt sowohl geschützte natürliche Zonen" als auch städtebauliche Ensembles.

Von den 45 Meter hohen Pfeilern mit den entsprechenden Fundamenten erwartet die BI, dass die Talsohle wie auch das -profil "nachhaltig verändert und optisch beeinträchtigt" werden. Dabei gebe es im Neckartal bereits ein Wegenetz, das den Ansprüchen genügen könne – auch wenn es in den zurückliegenden Jahren eher vernachlässigt worden sei. Und auch die Wohn- und Lebensqualität von Mitbürgern etwa in der Spitalmühle werde durch ein solches Brückenbauwerk verschlechtert.

"Bei dieser Sachlage kann man davon ausgehen, dass das geplante Brückenbauwerk für das Neckartal eine Beeinträchtigung" in erheblichem Umfang darstelle, folgern Hecht, Stier und Fischer in ihrem Positionspapier. Sie verweisen zudem auf die Belastung des Naturraums Neckartal angesichts von "mindestens 100 000 erwarteten Besuchern" im Jahr. Da sei ein Ausgleich über Ökopunkte in Rottweil selbst nicht zu machen.

Nun baut die BI darauf, dass sich die Sonderbehörden beim Genehmigungsverfahren ihrer Sichtweise anschließen. "Andernfalls müssen in Rottweil die Steuerzahler für Beeinträchtigungen im Neckartal die Zeche zahlen."