Lesermeinung der Bürgerinitiative „Rottweil OHNE Hängebrücke“

zur Aussage des GHV: Lassen uns nicht instrumentalisieren   (am 16. 02. 2017 als Artikel im Schwabo erschienen)

 

Nach Aussagen des GHV haben sich seit der kompletten Innenstadtsanierung neue Geschäfte angesiedelt; die Geschäftsinhaber und Hausbesitzer investieren in ihre Häuser und Geschäfte. Dieser seit der Innenstadtsanierung erfolgte Aufschwung wird auch von der Bürgerschaft begrüßt. Es darf aber nicht vergessen werden, dass dieser Aufschwung auch auf die günstigen äußeren Bedingungen zurückzuführen ist. So sind nach der Innenstadtsanierung im Interesse der Kunden aber auch der Geschäftsleute Stellplätze mit der so genannten Brezeltaste bereit gestellt worden und zudem ist im weiteren Kernstadtbereich kostenloses Parken bis zu zwei Stunden möglich.

Doch wie wird die Zukunft aussehen? Wird es bei dieser seitherigen kundenfreundlichen Regelung bleiben? Die Bürgerinitiative hat hierzu berechtigten Zweifel angemeldet auf folgenden nachprüfbaren Grundlagen:

In der Einwohnerversammlung am 12. Mai 2016 hat Bürgermeister Dr. Ruf auf den schon bestehenden Parkdruck in der Innenstadt hingewiesen und dass hier etwas geschehen müsse. Er hat dann unter anderem die mögliche Schaffung weiterer Stellplätze angesprochen im Bereich Ruhe-Christi-Straße/Bahnhofstraße und durch eine Parkpalette beim Parkplatz Groß“sche Wiese. Zugleich hat er darauf hingewiesen, dass dies eine Modifizierung der derzeitigen Parkgebührenregelung mit sich bringe. Denn ein privater Investor werde nur dann investieren, wenn auch bereits die erste Stunde entgeltpflichtig sei. Dies bedeute aber in der Folge auch, dass die übrigen bewirtschafteten Parkplätze durchweg kostenpflichtig sein müssen. 

Oberbürgermeister Broß hatte sich gegenüber dem Schwabo ( Ausgabe vom 4. Juni 2016)beim Thema Bau und Betrieb eines Parkhauses in der Bahnhofstraße 1 auch zu der Frage geäußert, ob weiterhin kostenloses Parken möglich sein werde und die Brezeltaste aufrecht erhalten werden könne: Jedenfalls sei ihm klar, dass die Parkbedingungen, solle ein privater Investor zum Zuge kommen, in der Stadt einheitlich gestaltet werden müssen. Man müsse  sich daher auch die Frage stellen, ob kostenloses und günstiges Parken in Rottweil noch richtig sei. Zu diesem Thema solle sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Gewerbe- und Handelsvereins auseinandersetzen.

Dies dürfte der derzeitige allgemein Wissensstand zu dem Thema in der Bevölkerung sein.

Nun lässt der GHV über die Presse mitteilen, dass  das Parkierungsproblem am 18. Oktober 2016 mit der Stadtverwaltung und den Fraktionsvorsitzenden besprochen worden sei. Zudem sei zum Thema Parkplatz und dessen Bewirtschaftung eine Stellungnahme und Empfehlung am 14. November 2016 an die Verwaltung und an alle Gemeinderäte abgegeben worden.

Der Bürgerinitiative und wohl auch den Bürgerinnen und Bürgern von Rottweil ist nicht bekannt, welchen Inhalt die vorgenannte Stellungnahme samt Empfehlungen des GHV haben. Solange dies nicht bekannt ist, bleiben die genannten Zweifel bestehen, ob die seitherige kundenfreundliche Parkierungsregelung bestehen bleibt. Denn eines dürfte auch dem GHV klar sein, dass insbesondere die Einwohner von Rottweil und den Umlandgemeinden mit ihrer ganzjährigen Kaufkraft das Rad des Geschäftslebens in Schwung halten. Und diesen Menschen ist daran gelegen, dass in der Innenstadt von Rottweil ein lebendiger „Marktplatz“ erhalten bleibt. Voraussetzung hierfür ist aber auch, dass weiterhin kundenfreundliches Parken in der Innenstadt möglich ist. Stadtverwaltung, Gemeinderat und der GHV haben es in der Hand.

Zum Schluss: Der Bürgerinitiative „Rottweil OHNE Hängebrücke“ liegt es fern, den GHV zu instrumentalisieren.

 

 

Hängebrücke: BI kämpft ums Neckartal

Von
Mit einem Positionspapier meldet sich die Bürgerinitiative (BI) "Rottweil OHNE Hängebrücke" nach der Präsentation der "Neckar Line" durch den Investor zu Wort. Landschaftliche und denkmalpflegerische Werte sehen die BI-Sprecher Winfried Hecht, Gisela Stier und Werner Fischer durch das Projekt im Neckartal in Gefahr.

Als einen der interessantesten Abschnitte bezeichnet die BI in ihrem Papier das Neckartal unterhalb der historischen Innenstadt von Rottweil. Geologische Formationen im Muschelkalk, die Pflanzen- und Tierwelt, Kultur- und Baudenkmale, Stadtmauern und Bürgerhäuser ließen das Tal hier besonders malerisch erscheinen. Auch den emotionalen Wert spricht die BI an: Es sei "für nicht wenige der Inbegriff eines liebenswerten Stücks Heimat".

Das sehen Hecht, Stier und Fischer nun durch die geplante Brücke gefährdet. Dabei verweisen sie darauf, dass der östliche Talhang mit seltenen Pflanzen und Tieren wie etwa dem Eisvogel als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sei. Ebenso bemühe sich das Landesdenkmalamt um das Bewahren der Stadtansicht und der Baudenkmale wie Lorenzkapelle, Pulverturm, Stadtmauer und Bürgerhäuser. "Solcher Schutz von Natur und baulicher Kultur ist vom Gesetzgeber ernst gemeint und nicht beliebig verfügbar", kritisieren die BI-Sprecher, dass die "Neckar Line" wohl teilweise parallel zum Fluss verlaufen solle. Sie "kreuze den Querschnitt des Tales ziemlich unmotiviert und beeinträchtigt sowohl geschützte natürliche Zonen" als auch städtebauliche Ensembles.

Von den 45 Meter hohen Pfeilern mit den entsprechenden Fundamenten erwartet die BI, dass die Talsohle wie auch das -profil "nachhaltig verändert und optisch beeinträchtigt" werden. Dabei gebe es im Neckartal bereits ein Wegenetz, das den Ansprüchen genügen könne – auch wenn es in den zurückliegenden Jahren eher vernachlässigt worden sei. Und auch die Wohn- und Lebensqualität von Mitbürgern etwa in der Spitalmühle werde durch ein solches Brückenbauwerk verschlechtert.

"Bei dieser Sachlage kann man davon ausgehen, dass das geplante Brückenbauwerk für das Neckartal eine Beeinträchtigung" in erheblichem Umfang darstelle, folgern Hecht, Stier und Fischer in ihrem Positionspapier. Sie verweisen zudem auf die Belastung des Naturraums Neckartal angesichts von "mindestens 100 000 erwarteten Besuchern" im Jahr. Da sei ein Ausgleich über Ökopunkte in Rottweil selbst nicht zu machen.

Nun baut die BI darauf, dass sich die Sonderbehörden beim Genehmigungsverfahren ihrer Sichtweise anschließen. "Andernfalls müssen in Rottweil die Steuerzahler für Beeinträchtigungen im Neckartal die Zeche zahlen."

Dieses und das folgende Bild sind von einem Mitglied der BI in Reutte aufgenommen worden. Man beachte die vielen Verbotshinweise!

"Filigran und naturnah"

 

 

 

 

Link zu einem - nicht mehr ganz aktuellen - Film aus der swr-mediathek, der aber deutlich die "Brücken-Animation" als solche zeigt:

 

 

 

Pressemitteilung (im Schwabo erschienen am Samstag, den 12.11.2016

 

                       

BI „Rottweil OHNE Hängebrücke“ informiert

 

Wie angekündigt, will die Bürgerinitiative  zu Erwartungen und Belastungen durch die Hängebrücke informieren und so zum besseren Verständnis beitragen.

Heute Thema Nr. 1: Beeinträchtigung von Anwohnern.

 

„Die Hängebrücke darf keinesfalls über bewohntes Gebiet gehen. Die Bürger sollten möglichst wenig eingeschränkt werden, sonst gibt das böses Blut.“ Diese für Rottweil ausgesprochene Empfehlung gab Bürgermeister Kirchhoff von Mörsdorf im Hunsrück, der aus seinen Erfahrungen mit der dortigen Hängebrücke „Geierlay“ berichtete (siehe NRWZ 10.09.2016). Die Hängebrücke Geierlay hängt mitten in der Landschaft; die Einstiegsstellen zur Hängebrücke sind von bewohnten Gebieten ca. 2 km entfernt. Auch die Hängebrücke bei Reutte in Österreich verläuft in freier Natur, ohne Wohnbereiche zu berühren.

Aber wie sieht die Situation in Rottweil aus? Hier soll die Hängebrücke im Bereich der Wohngebiete Schafwasen und Neckartal verlaufen und schließlich in der dicht besiedelten Innenstadt beim Bockshof enden. Im Wohnbereich Neckartal wird die Hängebrücke in 40 m Höhe und in Steinwurfnähe zu den Wohngrundstücken verlaufen. Die damit verbundenen schlimmen Auswirkungen für die Bewohner sind voraussehbar.

Eine solche Situation muss sich ein jeder für seinen persönlichen Wohnbereich vorstellen. Wer möchte in der Nähe einer 40 m hohen Hängebrücke wohnen? In Rottweil z.Bsp. in der Heerstraße oder Oberndorfer Straße. Oder in den Teilorten Zepfenhan, Neukirch, Hausen o.R., Göllsdorf, Bühlingen und RW-Altstadt.

Und wer möchte bei dem erwarteten Massentourismus bei einem  Rummelplatz wohnen, so wie die Situation für die Bewohner der Innenstadt und besonders im Bockshof sein wird? Dort würde sich mit der Eröffnung der Hängebrücke das Leben vollkommen verändern.

Nein, alle diese Beeinträchtigungen und Belastungen wird wohl keine Bürgerin und kein Bürger auf sich nehmen wollen.

Deshalb:  NEIN  zur Hängebrücke.

Wir werden Sie über weitere Themen informieren.

 

 

Eine Hängebrücke übers Neckartal vom Rottweiler Bockshof aufs Berner Feld lässt sich in der Animation so schön darstellen. Dass eine Verwirklichung akzeptabel ist verneinen Kritiker entschieden. Foto: Präsentation kts innovations

 

 

Rottweil Hängebrücke: Viele Zweifel an Plänen

 

Von Schwarzwälder-Bote 18.11.2016 - 11:25 Uhr

 

Rottweil - Auf die Interessenskonflikte, die der Trassenverlauf der geplanten Fußgänger-Hängebrücke auslöst, weist die Bürgerinitiative (BI) Rottweil OHNE Hängebrücke in einer Pressemitteilung hin.

 

Beleuchtet werden darin Aspekte, die aus Sicht der Anwohner, aber auch im Hinblick auf den Trassenverlauf bedeutsam sind.

 

"Da die geplante Brücke nicht einfach irgendwo in der Landschaft ein Tal überwinden soll, sondern mitten in der Stadt und in einer kleinen Exklave, nämlich dem Seehof, andocken soll, verursacht sie schon dadurch extreme Interessenkonflikte", schreiben die Sprecher der BI, Werner Fischer, Gisela Stier und Winfried Hecht. Die erste Animation zur Brücke, mit der die Stadt zusammen mit dem Investor Günter Eberhard zu Jahresbeginn an die Öffentlichkeit gegangen sind, sei längst überholt. Der Verlauf vom Pulverturm zum Testturm ist inzwischen mehrfach verändert worden.

 

"Der Bockshof wird aus Gründen des Denkmalschutzes, aber auch weil dieser Ort historisch und aktuell betrachtet ein Ort der Ruhe sein soll, nahezu einhellig als Ein- und Ausstieg nicht mehr in Betracht gezogen", stellt die BI in ihrer Mitteilung fest. Rücke die Brücke mit ihrem Zugang nun etwas ab in Richtung Kriegsdamm, so lasse sich nach wie vor nicht verhindern, dass Müll, Lärm und sonstige Unannehmlichkeiten auch den benachbarten Bockshof und seine Anwohner mit treffen.

 

Nicht nur in der historischen Kernstadt, sondern auch dort, wo die Brücke ankommen sollte, hätten sich Schwierigkeiten aufgetan. So seien Anlieger des Seehofs nicht bereit, Teile ihrer Grundstücke abzugeben und anschließend das ganze Jahr über die Besucher der Hängebrücke in ihrem Vorgarten zu haben. "Das Begehen der Brücke soll Spaß machen", zitiert die BI den Investor. Doch dies geschehe auf Kosten der Anlieger.

 

Dass zunächst geplant war, die Brücke im Neckartal über mehrere Gebäude und Grundstücke zu führen, habe sich im Fall eines Unternehmens schnell erledigt gehabt. Die Firma, die aufgrund ihrer Verarbeitungspalette überhaupt nicht in Frage dafür komme, dass ihr Luftraum für die Trasse einer Hängebrücke herhalten sollte, sei schnell aus dem Rennen gewesen. Wie die anderen Anlieger auch, habe die Firma vom Plan der Stadt, die Brücke durch einen Investor errichten zu lassen, erst durch die Presse erfahren. Auch für die privaten Bewohner im Neckartal sei zwar der Plan, die Trasse direkt über die Häuser und Terrassen zu legen, inzwischen vom Tisch, allerdings schwebe die Hängebrücke "drohend nahe über den Köpfen dieser Anwohner". Einer der Stützpfeiler werde direkt neben den Grundstücken platziert sein, schreibt die BI. Die Gefahr von Suiziden gerate für die Familien im Neckartal zum täglichen Alptraum.

 

Dass für den Investor inzwischen eine verkürzte Trasse denkbar ist, bei der die Brücke auf dem Felsen neben der Straße vom Neckartal hoch zum Seehof enden würde, lassen die BI daran zweifeln, dass es sich dabei um ein Provisorium handeln soll. Schließlich knüpfe Eberhard bereits Kontakte, um auf diesem Felsen ein Panoramarestaurant zu bauen. Im privaten Gespräch habe er geäußert, selbst für die entsprechende Gastronomie zur Hängebrücke zu sorgen.

 

 

BI sieht Stadt in Informationspflicht

Von Schwarzwälder-Bote 25.11.2016

Rottweil. In einem offenen Brief an die Stadträte und die Stadtverwaltung fordert die Bürgerinitiative "Rottweil OHNE Hängebrücke" (BI) dazu auf, für den Bürgerentscheid am 19. März frühzeitig vollumfängliche Informationen auf den Tisch zu legen.

Um die Frage "Soll die Stadt Rottweil die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ein privater Investor eine Hängebrücke zwischen dem Berner Feld und der historischen Kernstadt errichten kann?" mit Ja oder Nein beantworten zu können, halten es die BI-Sprecher Winfried Hecht, Gisela Stier und Werner Fischer für notwendig, dass über die Voraussetzungen informiert worden ist.

Damit die Bürger "diese Frage im Bürgerentscheid beantworten können, muss die Stadt zuvor klare und unmissverständliche Aussagen dazu machen, um welche Voraussetzungen es sich hierbei handelt", heißt es in dem offenen Brief.

Welche Maßnahmen also seitens der Stadt erforderlich sind, damit der Investor das Vorhaben realisieren kann, und welche weiteren städtischen Investitionen notwendig sind, damit das Gesamtvorhaben Hängebrücke dann auch funktioniert, hätte die Bürgerinitiative gerne so rasch wie möglich für die Öffentlichkeit erklärt.

"Das Vorhaben Hängebrücke ist in der Öffentlichkeit präsent und greift in vielerlei Belange ein", sehen Hecht, Stier und Fischer die Stadt in der Informationspflicht. Ein Vertrösten im Hinblick auf den nach dem Bürgerentscheid noch abzuschließenden städtebaulichen Vertrag könne nicht hingenommen werden.

 

Pressemitteilung, nahezu komplett veröffentlicht im Schwabo am 13.01.2017

 

Heute Thema Nr. 3: Hängebrücke? Oder doch etwas anderes?

 

Beim Neujahrsempfang 2016 hat Oberbürgermeister Broß überaus euphorisch den Bau der längsten Hängebrücke der Welt mit 900 Meter angekündigt als Verbindung vom Testturm auf dem Berner Feld bis zur Innenstadt von Rottweil. Vorbild sollte die  Hängebrücke in Reutte/Österreich sein, die im März 2016 von einer Rottweiler Delegation mit  Stadträten, Verwaltungsspitze und Investor begeistert besichtigt und begangen wurde.

Die Hängebrücke in Reutte verbindet zwei auf Bergkuppen stehende Burgenareale, Fort Claudia und Ehrenberg, die durch einen tiefen Taleinschnitt voneinander getrennt sind. An den beiden Endpunkten ist die Hängebrücke im Fels der jeweiligen  Bergkuppe verankert. Zwischen diesen beiden Haltepunkten hängt die 406 Meter lange Hängebrücke frei schwebend in 114 Meter Höhe, tief unten die Autostraße L 179.

Von der Utopie einer längsten Hängebrücke der Welt in Rottweil mussten sich Stadtverwaltung, Gemeinderat und der Investor inzwischen verabschieden. Ein nur noch 600 Meter langer Fußgängersteg soll nun vom Felsen östlich des Neckars oberhalb der Spittelmühle in einer Höhe von lediglich 40 Meter bis zur Kernstadt gebaut werden. Diese Fußgängerbrücke wird jedoch nicht frei hängend sein, sondern wird getragen von zwei Zwischenstützpfeilern. Das heißt, dass ausgehend vom genannten Felsen die Brückenbenutzer auf dem Steg nach einem Fußmarsch von etwa 200 Meter über den ersten Stützpfeiler gehen, nach weiteren 200 Meter über den zweiten, um nach weiteren 200 Meter in der Kernstadt beim Bockshof anzukommen. Diese Art Fußgängerbrücke wird Spannbandbrücke genannt.

 

Weitere Unterschiede zwischen den beiden Fußgängerbrücken:

Die Hängebrücke von Reutte in luftiger Höhe ist eine echte Touristenattraktion, die zwei sehenswerte Burganlagen miteinander verbindet. Die Touristen erfahren hier ein Naturerlebnis pur ohne Berührung und Beeinträchtigung von Wohnansiedlungen.

Ganz anders die Situation in Rottweil. Nach dem Besuch des Testturms laufen die Touristen etwa 1,5 Kilometer durch das Gewerbegebiet Berner Feld, vorbei an den Häusern im Wohngebiet Schafwasen, bis sie den Einstieg am Felsen erreichen. Nach  Entrichten der Benutzungsgebühr geht es über den Fußgängersteg bis zum ersten Stützpfeiler, in dessen unmittelbarer Nähe die Wohnsiedlung Neckartal liegt. Von den Häusern und Gärten lediglich einen Steinwurf entfernt befindet sich dann in 40 Meter Höhe der Brückensteg. Danach ziehen die Touristen weiter über den zweiten Stützpfeiler, bis sie in der dicht besiedelten Innenstadt ankommen. Von einer Touristenattraktion oder gar einem idyllischen Naturerlebnis kann hier also nicht die Rede sein.

Da stellt sich die Frage: Braucht Rottweil eine an etwa 100 Tagen im Jahr wetterbedingt  begehbare Fußgängerbrücke, deren Rahmenbedingungen die Stadt noch viel Geld kostet? In Rottweil gibt es für die Stadt wahrhaftig wichtigere Aufgaben zu erledigen.